Guide: Minimalismus und Nachhaltigkeit im Badezimmer

Ich beschäftige mich nun seit gut 3,5 Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit und war davor große Konsumentin von allen möglichen Produkten, die die Kosmetik-Branche wöchentlich auf den Markt gebracht hat. Also habe ich erstmal über Monate alles aufgebraucht, was sich so alles angesammelt hat. Denn ich bin immer noch der Meinung, dass Aufbrauchen besser ist als es wegzuschmeißen. Mittlerweile ist meine Bad-Routine richtig nachhaltig und minimalistisch geworden. Für mich war das Badezimmer der erste Schritt zu einem nachhaltigeren Leben. Ein Guide für Minimalismus und Nachhaltigkeit im Badezimmer – Tipps, Informationen, Handlungsweisen, Ideen. 

Ich war die Teenagern die fast täglich in den dm-markt spaziert ist, um sich einen Nagellack, Lidschatten oder Duschgel zu kaufen. Die konventionell Marken sind günstig und sprechen mit ihrem marketing definitiv das Alter 15-18 Jahre an. Damals, vor rund 10 Jahren habe ich mir absolut keine Gedanken darüber gemacht, dass das nicht nur massen an Produkten sind, oder dass es umweltfreundlich sein könnte. Vor fast 4 jähren habe ich mich erstmal mit meinem Konsum auseinander gesetzt. Aber damals gab es noch keinen Markt für nachhaltige Produkte. Mensch musste ins Reformhaus gehen, oder die spärliche Abteilung in der Drogerie Vorlieb nehmen. Dass hat sich geändert und ihr findet heute für jede Preisklasse Produkte. Gerade im Kosmetikbereich gilt meiner Meinung nach nicht mehr der Vorwand, dass Nachhaltigkeit per se teuer sein muss. 

TIPP 1:

braucht alle Produkte auf. Wenn Du zwei oder drei Produkte einer Kategorie hast, dann brauche sie auf und schaue dann nach Naturkosmetik. Und überlege, ob du das Produkt auch weiterhin benötigst. Zum Beispiel brauche ich heute keine Augencreme, Rasierschaum oder Peeling mehr. 

Jede Produkte die ich benutze basieren auf meinen persönlichen Empfindungen und müssen nicht zwingend bei Euch genauso gut sein. Meine Empfehlungen können aber Euch eine Richtung zeigen

Mehrweg Artikel und Aufbewahrung

Ich habe mir nach und nach einige Mehrweg Artikel angeschafft: Abschmink-Pads, Menstruations Hosen, Mehrweg Ohrenstäbchen und einen Peeling Handschuh. Im ersten Moment sind diese Artikel teurer als die bekannten Einweg Produkte aber mit der Zeit rentiert sich das und ihr spart Geld und vor allem sehr viel Müll. 

Beispiel Rechnung für ein Jahr mit Einwegprodukten

Binden: 37,80 €

Ohrenstäbchen: 0,75 €

Abschminktücher: 22,20 €

Wattepads: 10,20 €

Summe: 70,95 €

Beispiel Rechnung Anschaffung von Mehrwegprodukten

Menstrutationshosen 7 Stk. : 139,65 €

Ohrenstäbchen: 7,95 €

Abschminkpads: 9,95 €

Summe: 157,55 €

Die Mehrweg Produkte nutzt ihr im besten Falle bis zu 7 Jahre oder länger. In meinem Fall sind es jetzt vier Jahre. Die Anschaffung habe ich bereits im zweiten Jahr schon fast wieder wettgemacht und spare ab dem dritten Jahr damit jährlich die 70,95 €.

 

Mehrweg Tipps:

• probiert evtl. eine Menstruationshose aus oder fragt im Bekanntenkreis nach Erfahrungen

• anstatt Wattepads aus Frischfasern gibt es auch Recycling Wattepads

• auch Ohrenstäbchen gibt es mit einem Holzgriff, statt Plastik

• Abschminkpads sind eine leichte Umstellung, da sie wie Wattepads funktionieren 

 

 

Für die Aufbewahrung der verschiedenen Produkten ohne Umverpackung nutze ich Metalldosen, Holzablagen oder auch Hanfsäckchen, das ist perfekt für ein grünes Öko-Bad. Alles Materialien aus der Natur oder welche die langlebig sind und vielseitig einsetzbar sind. Achtet darauf, dass Mehrwegartikel als auch feste Produkte immer gut abtrocknen können, damit sich keine Bakterien bilden bzw. die Produkte auch lange schön bleiben. 

Guide: Nachhaltigkeit und Minimalismus im Bad

Feste Kosmetikprodukte

Der Markt für feste Produkte boomt – auch konventionelle Marken bieten festes Shampoo oder Gesichtsreinigung an. Dazu findet Ihr im letzten Abschnitt Informationen zum Thema „Greenwashing“. 

festes Duschgel

Es gibt „festes Duschgel“ und feste Seifenstücke – dem Duschgel wurde lediglich das Wasser entzogen und damit verkleinert sich die Produktverpackung. Seife besteht aus Fett und Lauge mit ätherischen Ölen – Naturkosmetikprodukte verzichten z.B. auf Paraffin oder Silikone, konventionelle Marken eher nicht. 

festes Shampoo

Beim perfekten festen Shampoo habe ich lange ausprobiert, bis ich das Produkt gefunden habe, was ich seitdem immer wieder nach kaufe (findet ihr unten in der Liste). Jede Haare sind anders und jede*r hat andere Ansprüche an der Haarpflege. Wenn Euch feste Shampooprodukte nicht gefallen, dann könnt ihr die Produkte entweder z.b: als Make-up Pinsel Reiniger benutzen oder zusammen mit andere fester Seife in einem Seifensäckchen als Duschgel nutzen. 

feste Bodybutter

feste Bodybutter habe ich ausprobiert, mir fehlt dabei aber die Feuchtigkeit – ich benutze jetzt Naturkosmetik Bodylotion aus der Flasche und bin damit fein. Es muss nicht immer das non-plus ultra sein, sondern der Weg, der für Dich passt. 

feste Gesichtsreinigung

auch bei der festen Gesichtsreinigung bin ich wieder auf flüssige sehr nachhaltige Naturkosmetik umgestiegen, da mir das vom Gefühl mehr zu sagt.  Nur wenn Du dich mit dem Produkt wohlfühlst ist es richtig. Wenn Du z.B. sehr unter Hautirritationen leidest, oder z.B. Neurodermitits hast, dann bleibe bei Deiner Routine und setze in Sachen Nachhaltigkeit woanders an. 

Guide: Nachhaltigkeit und Minimalismus im Bad
Guide: Nachhaltigkeit und Minimalismus im Bad

Co2 und Nachhaltigkeit

Die Produkte machen einen großen Anteil daran aus, wie nachhaltig Dein Badezimmer wird. Neben Inhaltsstoffen, Mengen und Marken zählen aber noch viel mehr Faktoren dazu, die wichtig sind, um mit reinem Gewissen sagen zu können, dass Du Nachhaltigkeit und Minimalismus im Badezimmer integriert hast. 

Denn Lieferwege und Produktionsbedingungen- und Orte siehst Du beim Kauf nicht. Wirklich nachhaltige Marken achten darauf und Du findest transparente Informationen auf der Website. Manchmal steht auch auf der Verpackung, wo das Produkte hergestellt wurde. Achtet möglichst auf „Hergestellt in Deutschland“ – unten findet Ihr auch weitere Artikel worauf ihr genau achten müsst. 

Viele denken, dass Plastikverpackungen per se schlecht sind, jedoch sind Glasbehältnisse nicht immer besser. Glas ist schwerer als Plastik – dass bedeutet, dass beim Transport mehr CO2 ausgestoßen wird, weil die Lieferung schwerer ist, auch können nicht so viele Produkte auf einmal transportiert werden und Glas benötigt extra Schutz. Bei Plastikverpackungen kommt es vor allem darauf an, dass sie richtig entsorgt werden und recycelt werden können. Feste Kosmetikprodukte benötigen sehr wenig Platz und die Verpackung besteht „nur“ aus Pappe – allerdings muss mensch darauf achten, dass die Produktinformation mit ökologischen Farben drauf gedruckt ist und nicht foliert ist – denn dann gehört die Verpackung in den Restmüll.

Handtücher gibt es übrigens aus kbA Baumwolle von nachhaltigen Marken wie z.B. Hessnatur oder Grüne Erde. In Drogerien werden zeitweise Abfüllstationen getestet, damit Du Deine Flasche immer wieder füllen kannst. Einige Kosmetikhersteller*innen verkaufen online, da bietet es sich an, dass Ihr Sammelbestellungen mit Familie / Freunden macht, dass spart Verpackungen und CO2.

Auch bei den Möbeln auf FSC Holz achten und lieber bei regionalen Unternehmen kaufen, als bei großen Online-Händler*innen. 

Und zum Schluss hierfür: wir müssen nicht 20 Minuten duschen – stoppt mal Eure Zeit beim Duschen und schaut, wo ihr Wasser einsparen könnt. 

Greenwashing

Nachhaltigkeit im Badezimmer kann nur nachhaltig sein, wenn Ihr zertifizierte Naturkosmetik kauft. Am Anfang dachte ich, dass ich auch mit konventionellen Produkten anfangen kann, bei welchen die Marken mit Nachhaltigkeitsaspekten werben. Es bringt Euch aber nichts: Grüne Werbeversprechen, die absolut wertlos sind. Beispiel: 99% natürlichen Ursprungs – naturgemäß ist in Kosmetikprodukten Wasser enthalten – da Wasser ein natürlicher Inhaltsstoff ist, kann dieser hier mit eingerechnet werden. 

Loréal Paris, Nivea oder Garnier haben ebenfalls feste Kosmetikprodukte auf dem Markt oder umweltfreundlichere Verpackungen, dass ändert aber nichts daran, dass sie tierische Inhaltsstoffe nutzen, gegen Menschenrechte verstoßen oder umweltschädliche Inhaltsstoffe nutzen. 

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